Schallschutz Glossar
Uber 60 Fachbegriffe aus Akustik, Bauphysik und Larmschutz verstandlich erklart. Von A wie Absorption bis Z wie Zweischalige Konstruktion.
A
Absorption
AkustikDie Umwandlung von Schallenergie in Warme durch porose Materialien. Der Absorptionsgrad (α) gibt an, welcher Anteil der auftreffenden Schallenergie absorbiert wird (0 = keine Absorption, 1 = vollstandige Absorption).
Absorptionsgrad
AkustikKennzahl zwischen 0 und 1, die angibt, welcher Anteil der auftreffenden Schallenergie von einem Material absorbiert wird. Ein Wert von 0,8 bedeutet, dass 80% der Schallenergie absorbiert werden.
Akustik
GrundlagenDie Lehre vom Schall und seiner Ausbreitung. In der Bauakustik unterscheidet man zwischen Raumakustik (wie klingt ein Raum) und Bauakustik (Schalldammung zwischen Raumen).
Airborne Sound
SchallartenEnglischer Begriff fur Luftschall - Schall, der sich durch die Luft ausbreitet, z.B. Sprache, Musik oder Verkehrslarm.
Anforderungen nach DIN 4109
NormenDie in der DIN 4109 festgelegten Mindestanforderungen an den Schallschutz im Hochbau. Sie definieren Grenzwerte fur Luftschall, Trittschall und Aussenlarm.
B
Bauakustik
GrundlagenTeilgebiet der Akustik, das sich mit der Schalldammung und Schallubertragung in und zwischen Gebauden beschaftigt.
Biegeweiche Schale
KonstruktionDunne, flexible Bauplatte (z.B. Gipskarton), die bei Schallanregung mitschwingt und durch Dampfung Schall absorbiert. Wichtiges Element in Vorsatzschalen.
Bewertetes Bauschalldamm-Mass Rw
KennwerteEinzahlangabe in dB, die die Luftschalldammung eines Bauteils beschreibt. Je hoher der Wert, desto besser die Schalldammung.
Breitband-Absorber
MaterialienSchallabsorber, der uber einen breiten Frequenzbereich wirksam ist. Typischerweise porose Materialien wie Mineralwolle oder Akustikschaum.
D
Dampfung
AkustikDie Verringerung der Schwingungsamplitude durch Umwandlung von Schwingungsenergie in Warme. Wichtig zur Vermeidung von Resonanzen.
Dezibel (dB)
GrundlagenLogarithmische Masseinheit fur den Schalldruckpegel. Eine Erhohung um 10 dB entspricht einer Verdopplung der wahrgenommenen Lautstarke. 0 dB ist die Horschwelle, 130 dB die Schmerzschwelle.
DIN 4109
NormenDeutsche Norm "Schallschutz im Hochbau". Sie definiert Mindestanforderungen an den Schallschutz und gibt Planungs- und Ausfuhrungshinweise.
DIN 18041
NormenDeutsche Norm "Horsamkeit in Raumen". Sie gibt Empfehlungen fur die raumakustische Gestaltung von Unterrichtsraumen, Buros und Sportraumen.
Direktschalldammung
KonstruktionDer Schalldammanteil, der direkt durch ein Bauteil (z.B. eine Wand) ubertragen wird, im Gegensatz zur Flankenubertragung.
E
Einschalige Konstruktion
KonstruktionWandaufbau aus einer durchgehenden Schicht, z.B. massive Ziegelwand. Die Schalldammung hangt hauptsachlich von der Masse ab (Massegesetz).
Entkopplung
KonstruktionDie mechanische Trennung von Bauteilen zur Vermeidung von Korperschallubertragung. Wichtig bei schwimmenden Estrichen und abgehangten Decken.
Estrich
KonstruktionOberste Schicht des Fussbodenaufbaus. Beim schwimmenden Estrich liegt dieser auf einer Dampfschicht und ist von den Wanden entkoppelt.
F
Flankenubertragung
AkustikSchallubertragung uber Nebenwege wie angrenzende Wande, Decken oder Boden. Kann die Schalldammung des Trennbauteils erheblich reduzieren.
Flächenmasse
KennwerteMasse pro Flacheneinheit (kg/m²). Wichtiger Parameter fur die Schalldammung: Je schwerer ein Bauteil, desto besser dampft es tiefe Frequenzen.
Frequenz
GrundlagenAnzahl der Schwingungen pro Sekunde, gemessen in Hertz (Hz). Der horbare Bereich liegt zwischen ca. 20 Hz und 20.000 Hz. Tiefe Frequenzen sind schwerer zu dampfen.
Fugenabdichtung
KonstruktionDas Verschliessen von Fugen und Spalten mit dauerelastischen Dichtstoffen. Wichtig, da selbst kleine Fugen die Schalldammung stark reduzieren.
G
Gerausch
GrundlagenSchall ohne klar definierte Tonhohe, bestehend aus einer Mischung verschiedener Frequenzen. Im Gegensatz zum Ton mit definierter Frequenz.
Gipskartonplatte (GKP)
MaterialienBauplatten aus Gipskern mit Kartonummantelung. Wichtiges Material fur Vorsatzschalen und Trockenbau. Verschiedene Typen fur unterschiedliche Anforderungen.
Grundgeräuschpegel
AkustikDer in einem Raum vorhandene Hintergrundlarm ohne spezifische Schallquelle. Beeinflusst die wahrgenommene Stille und Sprachverstandlichkeit.
H
Helmholtz-Resonator
KonstruktionSchallabsorber, der auf einer bestimmten Frequenz resoniert und dort besonders gut absorbiert. Besteht aus einem Hohlraum mit einer kleinen Offnung.
Hertz (Hz)
GrundlagenEinheit der Frequenz. 1 Hz = 1 Schwingung pro Sekunde. 1 kHz = 1000 Hz. Der Mensch hort etwa 20 Hz bis 20 kHz.
Horbereich
GrundlagenDer Frequenzbereich, den das menschliche Ohr wahrnehmen kann: ca. 20 Hz bis 20.000 Hz. Mit zunehmendem Alter verschlechtert sich das Horen hoher Frequenzen.
I
Impact Sound
SchallartenEnglischer Begriff fur Trittschall oder Korperschall - Schall, der durch Korperubertragung (z.B. Schritte) entsteht.
Infraschall
GrundlagenSchall unterhalb des Horbereichs (< 20 Hz). Kann trotzdem korperlich wahrgenommen werden und gesundheitliche Auswirkungen haben.
Isolation
KonstruktionIm akustischen Kontext: Die Entkopplung von Bauteilen zur Verhinderung von Schallubertragung. Nicht zu verwechseln mit Warmeisolierung.
K
Körperschall
SchallartenSchall, der sich in festen Korpern (Wande, Decken, Rohre) ausbreitet. Typische Quellen: Schritte, Maschinen, Wasserrohre.
Koinzidenzfrequenz
AkustikKritische Frequenz, bei der die Schalldammung einer Platte einbricht. Hangt von Plattendicke und Material ab. Bei Glas typisch um 2-4 kHz.
Kompensierung
AkustikMassnahmen zum Ausgleich akustischer Mangel. Z.B. dickere Fenster, wenn Wande dunner sind als ublich.
L
Lärm
GrundlagenUnerwunschter Schall, der als storend oder gesundheitsschadlich empfunden wird. Die Larmbelastigung ist subjektiv und situationsabhangig.
Lärmpegel
KennwerteDer mit einem Schallpegelmesser gemessene Schalldruckpegel in dB. Fur Dauerbelastung wird oft der Mittelungspegel verwendet.
Luftschall
SchallartenSchall, der sich durch die Luft ausbreitet. Quellen: Sprache, Musik, Verkehr. Wird durch massive, luftdichte Bauteile gedampft.
Luftschalldämmung
KennwerteDie Fahigkeit eines Bauteils, Luftschall zu dampfen. Angegeben als Schalldamm-Mass R oder R' in dB.
M
Massegesetz
AkustikGrundprinzip der Schalldammung: Verdopplung der Flachenmasse erhoht die Schalldammung um ca. 6 dB. Gilt fur einschalige Bauteile.
Mineralwolle
MaterialienDampfmaterial aus Stein- oder Glasfasern. Sehr gute Schallabsorption, haufig in Wanden, Decken und als Fullmaterial verwendet.
Mittelungspegel
KennwerteUber einen Zeitraum gemittelter Schallpegel. Wichtig fur die Beurteilung von Dauerbelastung, z.B. Verkehrslarm.
N
Nachhallzeit
KennwerteZeit in Sekunden, die der Schallpegel benotigt, um nach Abschalten der Quelle um 60 dB abzufallen (T60). Kurze Nachhallzeit = gute Sprachverstandlichkeit.
Nebenwegübertragung
AkustikSynonym fur Flankenubertragung. Schallubertragung uber andere Wege als das Trennbauteil selbst.
Norm-Trittschallpegel Ln
KennwerteGenormter Messwert fur die Trittschalldammung einer Decke. Je niedriger der Wert, desto besser die Dampfung.
P
Plattenschwinger
KonstruktionSchallabsorber bestehend aus einer schwingfahigen Platte vor einem Hohlraum. Absorbiert besonders tiefe Frequenzen.
Poröse Absorber
MaterialienSchallabsorber mit offenporiger Struktur (Schaumstoff, Mineralwolle). Wandeln Schallenergie durch Reibung in Warme um.
R
Raumakustik
GrundlagenTeilgebiet der Akustik, das sich mit den Klangeigegebenschaften eines Raumes beschaftigt: Nachhall, Absorption, Reflexion.
Reflexion
AkustikDas Zuruckwerfen von Schallwellen an Oberflachen. Harte, glatte Flachen reflektieren gut, weiche Materialien absorbieren.
Resonanz
AkustikVerstarktes Mitschwingen eines Korpers bei Anregung mit seiner Eigenfrequenz. Kann zu Schallbrucken fuhren.
Rw-Wert
KennwerteBewertetes Schalldamm-Mass eines Bauteils in dB. Einzahlangabe fur die Luftschalldammung. Hoher = besser.
S
Sabine-Formel
AkustikFormel zur Berechnung der Nachhallzeit: T = 0,163 × V/A. Wobei V das Raumvolumen und A die aquivalente Absorptionsflache ist.
Schall
GrundlagenMechanische Schwingungen, die sich in einem Medium (Luft, Wasser, Festkorper) ausbreiten. Wird vom Ohr als Gerausch wahrgenommen.
Schalldämmung
GrundlagenDie Verhinderung der Schallubertragung von einem Raum in einen anderen. Nicht zu verwechseln mit Schallabsorption!
Schalldruckpegel
KennwerteLogarithmisches Mass fur die Starke von Schall in dB. 0 dB = Horschwelle, 60 dB = normale Sprache, 120 dB = Schmerzgrenze.
Schallschutzfenster
KonstruktionFenster mit erhohter Schalldammung durch dickere Scheiben, Verbundglas oder asymmetrischen Aufbau. Klassen 1-6 nach VDI 2719.
Schwimmender Estrich
KonstruktionEstrich, der auf einer Dampfschicht liegt und keine direkte Verbindung zu Wanden hat. Wichtig fur Trittschalldammung.
Sprachverständlichkeit
AkustikMass dafur, wie gut Sprache in einem Raum verstanden wird. Abhangig von Nachhallzeit, Storgerauschen und Direktschall.
Strukturschall
SchallartenSynonym fur Korperschall. Schwingungen, die sich in der Gebaudestruktur ausbreiten.
T
Trockenestrich
KonstruktionEstrichplatten (z.B. Gipsfaser), die ohne Abbindezeit auf eine Trittschalldammung verlegt werden. Schnelle Alternative zum Nassestrich.
Trittschall
SchallartenKorperschall, der durch Begehen einer Decke entsteht und in darunterliegende Raume ubertragen wird. Besonders storend in Mehrfamilienhausern.
Trittschalldämmung
KonstruktionDampfschicht unter dem Estrich oder Bodenbelag zur Reduzierung von Trittschall. Materialien: PE-Schaum, Kork, Holzfaser, Mineralwolle.
Trittschallpegel
KennwerteGemessener Schallpegel im Empfangsraum bei genormter Anregung der Decke. Je niedriger, desto besser die Dampfung.
U
Ultraschall
GrundlagenSchall oberhalb des menschlichen Horbereichs (> 20.000 Hz). Wird technisch genutzt, z.B. fur Ultraschallreinigung oder Medizin.
V
Verbundglas
MaterialienGlas aus mehreren Scheiben, die durch eine Folie verbunden sind. Verbessert Schalldammung und Sicherheit.
Vorsatzschale
KonstruktionVor einer Wand montierte Konstruktion aus Standwerk und Beplankung mit Dampfung im Zwischenraum. Verbessert Schalldammung um 10-20 dB.
W
Wellenlänge
GrundlagenRaumliche Ausdehnung einer Schallwelle. Tiefe Frequenzen haben lange Wellenlangen (z.B. 50 Hz = 7 m), hohe kurze (z.B. 5000 Hz = 7 cm).
White Noise
AkustikWeisses Rauschen - ein Gerausch mit gleichmassiger Verteilung aller Frequenzen. Wird zur Maskierung storender Gerausche verwendet.
Z
Zweischalige Konstruktion
KonstruktionWandaufbau aus zwei getrennten Schalen mit Hohlraum dazwischen. Bietet deutlich bessere Schalldammung als einschalige Konstruktionen gleicher Masse.
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